„Pimp your camera" – bunt geht auch

Airbrush auf der Gegenlichtblende - Zingst hat immer etwas Skurriles zu bieten. Foto: Karsten-D. Hinzmann

Gibt ja immer wieder Dinge, die es nicht gibt – denkt man zumindest. In Zingst ist das alles aber anders. Da tauchen Sachen auf, die man gesehen haben muss. Deshalb ist dieses Fotofestival ja so bunt und immer eine Bereicherung - auch zum Thema „pimp my camera". Die Bremer Fotografin Kerstin Warncke hat da einigen die Augen geöffnet.

Eine Gegenlichtblende mit einem Airbrush ziert ihre Nikon. Okay, ein Pfennig-Artikel ist so ein Plastik-Teil wahrlich nicht mehr. Meine sind ja noch aus Metall und eigentlich für die Ewigkeit gebaut; sie sind auch einigermaßen kratzfrei. Ich musste mich auch nie durch eine Wolke konkurrierender Fotografen kämpfen, wie meine Kollegen von der Presse. Aber airbrushen? Nee, das wäre mir nie in den Sinn gekommen. Ist doch ein schnöder Gebrauchsartikel.

Die Bremerin sieht das offensichtlich anders. Das Bildchen hat auch einige Hunderter gekostet. Seitdem klebt die Enterprise auf dem Plastik-Ring - immerhin die Enterprise 1! War auf dem Workshop „Pärchen inszenieren" der absolute Hingucker. Und ein Grund zum angeregten Diskutieren. Finde ich, na, ja - Geschmäcker sind verschieden. Immerhin, sagt Kerstin Warncke, sei noch kein Kratzer draufgekommen innerhalb von drei Jahren. Gut - ich seh das halt pragmatisch.

Spannend finde ich aber ihre Überlegung, irgendwas Fröhliches vorne draufzumalen, zum Portraitieren von Kindern. Für Zwerge sind die schwarzen Monolithen tatsächlich nicht so stimmungsfördernd, und wenn da irgendwelche Tiere kindgerecht auf der Gegenlichtblende grinsen, kann das wirklich schon mal ein Lächeln zaubern. Absolut überlegenswert also.

Was die Enterprise angeht: Immerhin passen Kerstins Fingernägel farblich dazu!