Bring Dein Pärchen zum Lachen

Foto-Workshop zum Thema Paar-Shooting in Zingst mit Patrick Ludolph. Foto: Karsten-D. Hinzmann

„Vergiss die Technik, konzentrier Dich auf die Menschen“ – dieser Rat von Patrick Ludolph ist an sich schon mal Gold wert. Na, gut, so etwas hatte ich mir auch schon immer gedacht, aber das noch mal gesagt zu bekommen, kann nicht schaden. „Pärchen inszenieren", hatte ich mir ausgesucht als ersten Workshop meines aktuellen Besuchs beim Umweltfotofestival „horizonte zingst". Natürlich bin ich auch wegen Patrick Ludolph gekommen. Und es hat sich wieder gelohnt.

Der Praktiker aus Hamburg aus der Sparte Hochzeitsfotografie hat natürlich wieder seinen Sack mit handfesten Tipps aufgemacht. Und die Location war auch wieder ein Knaller: Das zweimastige Segelschiff Aphrodite bildete den Hintergrund für unser Pärchen, zwei angehende Artisten aus einer Zirkusschule in Rotterdam. Ist aber grundsätzlich egal, wen ich vor mir habe, ich bin derjenige, der auf die Menschen zugehen muss, die ich fotografiere. Ich muss sie kennenlernen. Für die Praxis ein wertvoller Hinweis: Klar, habe ich meine Bilder (idealerweise) schon immer im Kopf für ein Shooting, klar, habe ich meine Vorstellungen und suche das Bild, das ich schon immer mal schießen wollte. Weil ich das woanders vielleicht schon mal gesehen habe. Funktioniert aber nicht.
 
Jedenfalls selten. Schließlich sind alle Menschen anders, und die, die ich fotografiere, sind eben auch individuell. Bloß keine Posen probieren, die diese Menschen gar nicht hergeben. Ich persönlich muss mich immer daran erinnern, ich neige dazu, immer „mein“ Bild machen zu wollen. Deswegen ganz wichtig: warm werden mit den Leuten, die ich fotografiere. Wenn es ein bezahlter Termin ist, immer ein Probeshooting riskieren; ein paar Bilder machen, um das Eis zu brechen und den Abgebildeten die eigene Scheu zu nehmen. Auch wenn Du einen Kuss fotografieren möchtest: Nimm nicht den wildesten, nicht den mit gespitztem Mund, sondern den wirklich echten, den, auf dem Du das Gefühl sehen kannst. Am besten Abdrücken, kurz bevor sich die Lippen berühren.
 
Für mich war das ganz wichtig zu hören. Ganz wichtig vor allem deshalb, weil andere Fotografen offensichtlich die ähnlichen Erfahrungen und ähnlichen Probleme haben wie ich. Auch deshalb bin ich hier gern in Zingst. Einen intensiveren Austausch mit anderen Fotografen erlebe ich selten. Natürlich wurde während des gesamten Workshops auch wieder viel gelacht. Auch ganz wichtig zu merken: mit den Leuten, die ich fotografiere viel reden. Auch mal wirres Zeug reden, Hauptsache, die werden locker und fühlen sich gut. Wenn die Fotografierten von sich aus anfangen zu lachen, wird das Shooting mit Sicherheit ein Erfolg. Technik-Macken kann ich hinterher immer noch ausbügeln.
 
Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Was war Euer schrecklichstes Shooting, an welche schönen Erlebnisse erinnert Ihr Euch? Schreibt mal was drüber, damit wir alle lernen können.