Die Faszination des Banalen

Roxana Ticuleanu gehört zu den Alltaeglich-Fotografinnen in Zingst. Foto: Karsten-D. Hinzmann

Fotografieren ist ja einfach: Hinschauen, hinschauen, hinschauen, mehr braucht man eigentlich nicht zu machen. Wenn das denn aber mal so einfach wäre. Mit der ganzen täglichen Bilderflut haben wir ja schon viel vom genauen Sehen verlernt. Ich finde, das ist wie mit dem Sport. Wer lange nichts macht, wird träge. Das Fotoprojekt „Alltäglich(t)" macht mir zumindest wieder Dampf. Es gibt einfach so vieles, was ich schon lange nicht mehr sehe. Oder vielleicht noch nie gesehen habe. Im Gegensatz zu so jungen Fotografen wie beispielsweise Roxana Ticuleanu (Bild).
 
Dinge, die einfach irgendwie zusammengehören, hat sie nebeneinandergestellt. Eine Hand, einen Türgriff, einen Vogel, einen Papierflieger. Passt alles. Einfach zusammengestellt, einfach stimmig. Die 21-Jährige gehört zu Studierenden und Absolventen der da!: DESIGNAKADEMIE und des Caspar-David-Friedrich-Instituts der Uni Greifswald. Jetzt zu sehen während des Fotofestivals in Zingst. Das scheinbar Gewöhnliche bekommt plötzlich ein neues Gesicht. Spiegelungen auf Scheiben ermöglichen plötzlich ganz neue Einsichten. Finde ich klasse. 

Auf der Suche nach dem „coolen Schuss" bleibt meiner Meinung nach vieles links liegen. Vieles, was spannende Geschichten enthält. Die Ausstellung „Alltäglich(t)" kehrt den Blick wieder auf das Banale. Auf das, was den Großteil unseres Lebens ausmacht.. Das sollten wir wieder schätzen lernen. Sonst erscheint das Leben langweiliger als es tatsächlich ist.