Jeder Schuss ein fertiges Bild

Harleys, Leder, schöne Mädchen – Fotoworkshop in Zingst mit Michael Schilderoth. Foto: Karsten-D. Hinzmann

Einen supercoolen Ansatz habe ich jetzt bei einem Workshop mit Michael Schilderoth wieder erleben dürfen - mit jedem Schuss ein fertiges Bild produzieren. Die gleiche Vorgehensweise wird aktuell unter OOC diskutiert. OOC bedeutet „out of camera", insofern eine Arbeitsweise, die ohne Nachbearbeitung auskommen will. Dass ein professioneller Fotograf sich in einem Workshop mit Anfängern dafür stark macht, finde ich klasse. So soll das sein.

Harleys, Leder und eine Schönheit - diese Mischung sollte ein sehenswertes Bild ergeben. Immerhin haben sich im Workshop auch drei Frauen als Fotografinnen bewiesen. Das Fotofestival in Zingst war für diese Anfängerinnen genau die richtige Wahl, weil Schilderoth Fotografie eben ganz simpel angegangen ist. Eine gute Kombination aus Zeit und Blende, alles in einer Mischlicht-Atmosphäre. Da kann kaum was schiefgehen, und die Teilnehmer hatten allesamt ein Erfolgserlebenis.
 
Coole Sache, zumal die Model-Wahl auch wieder gut war. Schilderoths Model hatte für die Teilnehmer die nötige Ruhe und Sicherheit. Der „Bammel" vor dem Model war zwar zu spüren, aber hat keinen Teilnehmer richtig verschreckt. Zingst hat sich meiner Meinung nach wieder darin gezeigt, für Fotografen auch mit Anfänger-Kenntnissen die richtige Wahl zu sein, um sich weiter in das Thema hineinarbeiten. Was ich bei Schilderoth persönlich richtig klasse fand, war, dass er seine Zeit als Analog-Fotograf immer noch präsent hat und wenig auf Postproduktion setzt. „Warum sollte ich das tun?", sagt Schilderoth. „Richtig belichten musste ich doch auch können, als ich noch analog fotografiert habe."

„Out of camera" wird derzeit heiß diskutiert, Puristen favorisieren das jpg, das direkt aus der Kamera kommt, die andere Fraktion schwört darauf, die Charakteristika erst in Lightroom herauszuarbeiten und nur im raw-Format zu fotografieren. Ich freue mich auch über jedes Foto, an das ich nicht mehr Hand anlegen muss. Auf der anderen Seite weiß ich die Möglichkeiten von raw-Dateien inzwischen absolut zu schätzen. Ehrlich gesagt, ich bin da komplett unentschieden. Und wie seht ihr das?